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Brief von Max Bruch an Ernst Rudorff Musikwissenschaftliches Institut Köln Max-Bruch-Archiv Signatur: Br. Korr. 154, 640
Brief von Max Bruch an Ernst Rudorff Musikwissenschaftliches Institut Köln ; Max-Bruch-Archiv
Signatur: Br. Korr. 154, 640
Bruch, Max (1838-1920) [Verfasser], Rudorff, Ernst (1840-1916) [Adressat]
12.10.1907. - 16 Seiten, Deutsch. - Brief
Inhaltsangabe: Weiter im Konflikt um die Leitung der Chor-Orchester-Produktionen 1) MB fühlt sich von Barth trotz der Zusage von ER nicht unterstützt. 2) Hausmann will ein Gepräch mit MB, der hofft, dann zu erfahren, ob Schulze das Gespräch mit Hausmann richtig wiedergegeben hat. 3) Blankenberg meint, die Direktionsfrage der großen Chor-Orchester-Produktionen sei schon am 19.08. entschieden worden, MB kann sich daran nicht erinnern und meint Blankenburg verwechselt die Orchesterstunden mit der Leitung der großen Chor-u. Orchester-Aufführungen an den Vortragsabenden. MB will sich daher morgen das Protokoll der Sitzung ansehen, bemerkt aber, dass in den Direktionssitzungen nie ein ordnungsgemäßes Protokoll (wie in den Senatssitzungen) geführt und verlesen worden. MB wird sich daher möglicherweise weigern, Beschlüsse, die Blankenberg geschrieben, aber nicht zur Genehmigung mitgeteilt hat, als bindend anzuerkennen. MB will daher auch ab der nächsten Direktionssitzung auf eine ordnungsgemäße Protokollierung beantragen, mit Verlesung am Schluß und Unterschrift aller. Ausführlich über das Statut, das veraltet ist, und die eingeschlichenen „Abnormitäten“, die Joachim aber toleriert hat. „Es ist jetzt nur noch die Frage: - Ob unser Statut lediglich ein wirkungsloses und überflüssiges Papier sein soll, oder ein für die Schule verbindliches Document.“ Z.B. müsste Krebs als Sekretär der Musik-Sektion der Akademie mit im Direktorium sein: „Warum ist er also ... nicht im Directorium? Ich habe Einfluß auf ihn, stehe sehr gut mit ihm / trotz seiner gelegentlich oberflächl. und dummen Schriftstellerei / und er würde uns in allem Wesentlichen gegen Schulze (den er auch nicht mag) unterstützen. ... Ferner (§ II, Absatz 2) „Der Vorsitz wechselt jährlich etc. etc.“ Der Minister ist also durch das Statut verpflichtet, zum 1. Oct. 1908 entweder Dich oder mich zum „stellvertr. Vorsitzenden“ zu ernennen (wenn wir dann überhaupt noch an der schule sind!!) Es folgen weitere Zitate aus dem Statut und Erläuterungen von MB zur Mitwirkung der Lehrer an Aufführungen der Hochschule etc. Für die Leitung der öffentlichen Aufführungen wird ein Lehrer aus dem Kollegium auf Vorschlag des Ministers durch den König ernannt. – Daher hat nicht Schulze das Recht, diesen zu bestimmen. 4) Personalia: Eine geregelte Vertretung von Hausmann für seine Orchesterstunden im Falle seiner Abwesenheit – ER will dafür Börner - ist nach Ansicht von MB nicht notwendig, da Hausmann nach dem Tod von Joachim keinem anderen Quartett mehr beitreten möchte, und daher nicht regelmäßig abwesend ist. MB bringt für die allfällig Vertretung von Hausmann durch Börner auch Schrattenholz ins Spiel. Die von ER unterstützte Aufnahme des jüngeren Witewski ist wegen dessen noch mangelnder Qualifikation nicht möglich, MB empfiehlt ihm eine Vorbereitung mit Privatstunden bei Rössler.Krebs, Carl (1857-1937) [Erwähnt], Barth, Karl Heinrich (1847-1922) [Erwähnt], Hausmann, Robert (1852-1909) [Erwähnt], Blankenberg [Erwähnt], Joachim, Joseph (1831-1907) [Erwähnt], Börner, Kurt (1877-1947) [Erwähnt], Schrattenholz, Leo (1872-1955) [Erwähnt]
Königliche Akademische Hochschule für Musik in Berlin zu Charlottenburg (1902-1918) [Behandelt]
Bemerkung: Max Bruch
Objekteigenschaften: HandschriftPfad: Max-Bruch-Archiv / Korrespondenz
DE-611-HS-4312124, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4312124
Erfassung: 12. Januar 2026 ; Modifikation: 12. Januar 2026 ; Synchronisierungsdatum: 2026-01-12T14:21:51+01:00
