Detailinformationen
Brief von Max Bruch an Ernst Rudorff Musikwissenschaftliches Institut Köln Max-Bruch-Archiv Signatur: Br. Korr. 154, 620
Brief von Max Bruch an Ernst Rudorff Musikwissenschaftliches Institut Köln ; Max-Bruch-Archiv
Signatur: Br. Korr. 154, 620
Bruch, Max (1838-1920) [Verfasser], Rudorff, Ernst (1840-1916) [Adressat]
Berlin, 13.09.1907. - 7 Seiten, Deutsch. - Brief
Inhaltsangabe: Planung der Trauerfeier für Joachim, Nachfolge von JJ (Leitung der Instrumentalabteilung, Direktorium: Marteau vs Hausmann Transkription: Mein Lieber, ich dachte Dir erst in paar Tagen über die Rede u. einige Zusätze zu schreiben; nun fügt es sich aber so daß ich Dir gleich über andere H.-Sch. Sachen berichten und Deine Meinung erbitten muß. Ich war heute früh bei Blankenberg. Er sagte mir, daß Schulze beabsichtige, in der Sitzung des Direct. (Montag d. 16. Sept, 11 Uhr) u.A. das Programm der Trauerfeier zur Sprache zu bringen. Es scheine, daß Schulze eine Abendfeier in’s Auge gefaßt habe – so sagt Blankenberg – und sich den Verlauf ungefähr so vorstelle: I 1) Motette von Schütz (der a cappella-Chor) 2) Rede. 3) Abermals ein Gesangstück des aa cappella Chores II 4 etc) Anderes! Das wäre also eine Art von Concert. Wie er sich den II. Theil eigentlich denkt, werde ich erst in der Sitzung erfahren; vielleicht die ganze Eroica – oder eine Mischung von Vocalem und Instrumentalem – wir werden sehen. Nun stimmt das alles aber gar nicht mit meinen Gedanken überein – und vielleicht auch nicht mit den Deinigen. Ich dachte mir die Feier an irgend einem Sonntag, in der Mittagsstunde, und das Programm in etwa so: 1) Motette von Schütz. 2) Adagio (Trauermarsch) aus der Eroica. 3) Rede. 4) Nänie von Brahms. Das würde (mit der Pause) ca. 1 Stunde dauern, und ich glaube, das wäre genug. Es wäre mir sehr lieb, wenn ich Deine Meinung noch vor der Sitzung wüßte. Das geht auch ganz gut; wenn Du mir gleich antwortest, so habe ich Deinen Brief spätestens Montag früh um 7 ½ - also rechtzeitig für die Sitzung. Bist Du dann auch nicht persönlich zugegen, so kann ich doch an der Hand Deines Briefes Deine Ansicht nachdrücklich geltend machen! Hülsen hat, durch den Kapellmeister Leo Blech umgestimmt, Höhne (Tromp.) und Wetschke [sic] (Pos.) erlaubt, ihr Lehramt bei uns beizubehalten. Der Oboer Eberhard läßt sich jetzt an der Kgl. Oper pensioniren, ist dann ganz unabhängig, und könnte event. bei uns weiter unterrichten. Für diese Stelle haben sich außerdem die Oboer: Bundfuß (Ob. I) und Flemming (Ob. II), Beide von der Kgl. Oper, gemeldet. Eben war Krebs bei mir und theilte mit im Vertrauen etwas höchst Ueberraschendes mit. Moser hat ihm gesagt, Joachim habe dem Ministerium als seinen Nachfolger an der Spitze der Instr. Abtheilung Henri Marteau empfohlen! – Auf unsern Antrag, betreff. Hausmann, ist aus dem Minist. noch keine Antwort eingegangen. Man hat nur Schulze beauftragt, einstweilen „I.V:“ die Geschäfte weiterzuführen, mit uns! – Der Minister ist noch auf dem Lande. Ich denke aber, daß er am 1. Oct. zurück ist, dann will ich gleich hingehen. Treulichst Dein M. Bruch.Hausmann, Robert (1852-1909) [Erwähnt], Schulze, Adolf (1835-1920) [Erwähnt], Blankenberg [Erwähnt], Hülsen-Haeseler, Georg von (1858-1922) [vermutlich] [Erwähnt], Blech, Leo (1871-1958) [Erwähnt], Höhne, Carl (1860-1938) [Erwähnt], Weschke, Paul [Erwähnt], Eberhardt, Georg (1860-1910) [vermutlich] [Erwähnt], Flemming, Fritz (1873-1947) [Erwähnt], Krebs, Carl (1857-1937) [Erwähnt], Moser, Andreas (1859-1925) [Erwähnt], Joachim, Joseph (1831-1907) [Erwähnt], Marteau, Henri (1874-1934) [Erwähnt]
Königliche Akademische Hochschule für Musik in Berlin zu Charlottenburg (1902-1918) [Behandelt]
Bemerkung: Max Bruch
Objekteigenschaften: HandschriftPfad: Max-Bruch-Archiv / Korrespondenz
DE-611-HS-4311953, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4311953
Erfassung: 9. Januar 2026 ; Modifikation: 9. Januar 2026 ; Synchronisierungsdatum: 2026-01-09T17:38:32+01:00
