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Brief von Max Bruch an Ernst RudorffMusikwissenschaftliches Institut KölnMax-Bruch-ArchivSignatur: Br. Korr. 154, 585

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Brief von Max Bruch an Ernst RudorffMusikwissenschaftliches Institut Köln ; Max-Bruch-Archiv

Signatur: Br. Korr. 154, 585


Bruch, Max (1838-1920) [Verfasser],Rudorff, Ernst (1840-1916) [Adressat]

12.05.1907. - 5 Seiten mit Beilagen: 2 Briefkarten, Artikel mit Unterstreichungen, 2 Seiten Entwurf, Protokollabschrift mit Anmerkungen, Artikel, Deutsch. - Brief

Inhaltsangabe: Überlegungen und Versuch zur Rücklegung des Auftrages:Transkription:[A. Begleitschreiben auf Briefkarte:]M. L. In großer Eile sende ich Dir den Artikel im „Klavierlehrer“. Er ist nicht von Hugo Riemann, sondern von einem ganz anderen Riemann, der sich Ludwig nennt. – Wenn wir uns jetzt überzeugen, daß nichts zu machen ist, so müssen wir die ganze Sache in der nächsten Sitzung am 8. Juni dem Senat vorzulegen! [sic] – Meine Adresse vom 15.-26. Mai: Bad Harzburg a/Harz, Hotel Juliusfall“. Treulichst Dein M.B. [B. Entwurf für ein Schreiben zur Rücklegung des Auftrages:](1 1/2 Seiten in Tinte in lateinischer Schrift [1], mit zahlreichen Korrekturen, bricht danach ab, anschließend weitere Überlegungen in Bleistift in deutscher Schrift [2], ebenfalls mit zahlreichen Korrekturen):[1] „Die Lage der Dinge ist daher leider eine solche, dass es für den vorliegenden Fall zur Unmöglichkeit geworden ist, einen praktischen Erfolg durch diese unsere ... zu erreichen. Wenn Euer Excellenz das hier ausgesprochene Urtheil den Herren vorlegen wollten, die die Kommission gebildet haben, so würde der zweifellos erfolgende heftige Widerstand zu nichts Anderem führen können, als zu den übelsten Mißhelligkeiten, während für die Sache Nichts mehr zu gewinnen wäre. Nur eine kategorische Verfügung ... das Volksliederbuch in seiner bisherigen Gestalt nicht aufs Neue gedruckt werden dürfe, von dem abgeändert nach den Vorschlägen aber dero in durchaus neuer Fassung wieder zu erscheinen habe, könnte gründlich helfen. Da wir aber sehr wohl wissen, das eine solche Lösung ausgeschlossen ist, so bleibt uns nichts übrig, als Ew. Excellenz ebenso gehorsamst als dringend zu bitten, die gegenwärtige Angelegenheit nicht weiter zu verfolgen, und unsere Aeusserungen vor dem Senat aufnehmen zu wollen, dass wir uns der Pflicht nicht entziehen mögen, auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die der Kunst heute in in höherem Maasse drohen als in vergangenen, glücklicheren Zeiten.“[2] „Die ganze Actrion ist eigentlich unmöglich, denn 1) kann und wird der Minister nicht selbständig eingreifen, schon weil er das Wuthgeheul der ges. Presse fürchtet. 2) Ein Schiedsgericht ist unmöglich, weil der Senat als eine staatliche Behörde u. als oberste mus. Instanz in Preußen sich demselben weder unterwerfen würde noch könnte.3) Die alten polemisch Auseinandersetzungen zwischen den Betroffenen und dem Senat sind gleichfalls unmöglich4) Wir müssen uns also darauf bescheiden, unser Urtheil zu begründen und zu fixiren, und für zukünftige ähnliche Fälle größere Vorsicht zu empfehlen.M. B. x) Alles an sich ganz richtig, aber die ganze Action verläuft nun kläglich im Sande, u. wir müssen zum Rückzug blasen![C. Beilage: maschinschriftliche Protokollabschrift der Senatssitzung vom 13.04.1907, Punkt 10, Auftrag zum VLB:][Maschinschriftlich]: 10. Auf Antrag von Professor Dr. Bruch: Besprechung des ‚Volksliederbuchs‘Der Senat nimmt den Bericht von Professor Dr. Bruch mit Dank zur Kenntnis und schließt sich der hierin ausgesprochenen Kritik an. Der Bericht wird zu den Akten gelegt und es wird beschlossen, dem Herrn Minister ein Exemplar der Volksliederbuches, in dem die dem Senat anstößig erscheinenden Lieder bezeichnet sind, mit einem Anschreiben zu überreichen. [Handschriftliche Anmerkung von MB:] „Geht also die Sache überhaupt nicht, so müssen wir Beide unser Mandat in die Hände des Senats zurücklegen. M. B., 12/05 07.“[D. Beilage Ludwig Riemann, Kritik des Volksliederbuches in „Der Klavierlehrer“ 1. Mai 1907, S. 143]Riemann kritisiert die Auswahl, den geringen Anteil eigentlicher Volkslieder und die Aufnahme moderner Kompositionen: „Eine ganze Reihe von Liedern ist ‚künstlich‘, d.h. dem volksmässigen Satz durchaus widersprechend gesetzt.“

Bemerkung: Max Bruch

Objekteigenschaften: Handschrift

Pfad: Max-Bruch-Archiv / Korrespondenz

DE-611-HS-4311671, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4311671

Erfassung: 8. Januar 2026 ; Modifikation: 8. Januar 2026 ; Synchronisierungsdatum: 2026-01-08T15:13:34+01:00