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Brief von Max Bruch an Ernst RudorffMusikwissenschaftliches Institut KölnMax-Bruch-ArchivSignatur: Br. Korr. 154, 518

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Brief von Max Bruch an Ernst RudorffMusikwissenschaftliches Institut Köln ; Max-Bruch-Archiv

Signatur: Br. Korr. 154, 518


Bruch, Max (1838-1920) [Verfasser],Rudorff, Ernst (1840-1916) [Adressat]

07.11.1901. - 6 Seiten, Deutsch. - Brief

Inhaltsangabe: „Plagiatsverdacht“ gegen ER bez. Der Wallisischen Volkslieder von MB / ER-Simrock Transkription: M. l. Freund, es freut mich sehr, daß die wallisen deinen Beifall haben. Ich glaube in der That, daß es der Mühe werth war, diese wirklich schönen Melodien der Vergessenheit zu entreißen. Wenn mir Gesundheit und Leben noch einige Zeit gegönnt sind, so soll die Sammlung (deren Titel ich noch mit Spitta vereinbart habe) fortgesetzt werden. Kennst Du eigentlich von früher das I. Heft (Schottische Lieder)? Sehr komisch und sehr erfreulich ist es daß eine Deiner Melodien 3 Takte lang Note für Note sich vollständig deckt mit Nr. 2 des II. Heftes der Wallisen („Adieu to dear Cambria“). Ich sage: Sehr erfreulich, denn wenn die melodische Erfindung eines schaffenden Künstlers unserer, so verdorbenen Zeit, gelegentlich so nahe das wahre Volkslied streift, so beweist das daß diesem Künstler der Urquell aller wahrer Melodie, das Volkslied, nicht fremd istz – daß er sich an diesem Jungbrunnen erfrischt und gestärkt hat - und daß nun seine Erfindung ganz von selbst die Wege volksmäßiger Melodik einschlägt. Du brauchst nicht einmal einen Eid zu schwören, daß Du damals das Wallis. Lied nicht gekannt hast – ich glaube es Dir auch so! Der junge Simrock kommt wahrscheinlich Sonntag den 10/11, mit seiner Frau zu uns zum Thee; dann will ich gerne Deine Verlagsangelegenheit zur Sprache bringen. Im Sommer sollte ich bloß sondiren; es war aber damals wenig oder nichts zu erreichen, weil die Verhältnisse gar zu ungünstig lagen: der alte S. war schwer krank und konnte sich um das Geschäft nicht mehr kümmern, und der junge S. hatte damals noch nicht die Befugniß größere Geschäfte selbständig abzuschließen. Jetzt steht er ganz selbständig an der Spitze des Geschäftes. Alles wird er wohl schwerlich nehmen – ich werde sehen, was ich erreichen kann, und selbstredend Dein Interesse so wahrnehmen als wäre es mein eigenes. – Sobald ich Gelegenheit habe, will ich Joachim auf die Ekkehard-Ouverture aufmerksam machen – ganz unverfänglich. Ich meine, es wäre ganz natürlich, daß sie an einem Vortragsabend gespielt würde! Herzlichst Stets Dein alter M. Bruch. Über Meister denke ich genau wie Du. Auch Joachim ist unserer Meinung, so sehr er im Uebrigen M. schätzt.

Simrock, Hans (1861-1910) [Erwähnt],Simrock, Fritz (1837-1901) [Erwähnt],Joachim, Joseph (1831-1907) [Erwähnt],Meister, Oscar (1842-1902) [vermutlich] [Erwähnt],Meister, Oskar (1846-1907) [vermutlich] [Erwähnt]

Bemerkung: Max Bruch

Objekteigenschaften: Handschrift

Pfad: Max-Bruch-Archiv / Korrespondenz

DE-611-HS-4310922, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4310922

Erfassung: 2. Januar 2026 ; Modifikation: 2. Januar 2026 ; Synchronisierungsdatum: 2026-01-02T14:55:47+01:00