Detailinformationen
Brief von Max Bruch an Ernst Rudorff Musikwissenschaftliches Institut Köln Max-Bruch-Archiv Signatur: Br. Korr. 154, 578
Brief von Max Bruch an Ernst Rudorff Musikwissenschaftliches Institut Köln ; Max-Bruch-Archiv
Signatur: Br. Korr. 154, 578
Bruch, Max (1838-1920) [Verfasser], Rudorff, Ernst (1840-1916) [Adressat]
22.04.1907. - 6 Seiten, Deutsch. - Brief
Inhaltsangabe: Terminprobleme für Besuche, nächste Möglichkeit Donnerstag 25.04.1907. Transkription: „Einen sehr wesentlichen Punkt von einschneidender Bedeutung haben wir noch gar nicht erörtert, nämlich die Folgen unsers Vorstosses. Sehr bequem sind wir schon jetzt dem Ministerium nicht, denn Du hast Dich schon früher von dieser schönen Commission nach Pflicht und Gewissen völlig getrennt und bist ausgetreten; und wie ich in der v. Eyken’schen Sache noch kürzlich bis aufs Blut mit dem Ministerium resp. Herrn von Liliencron habe kämpfen müssen – das ist Dir noch in frischer Erinnerung. Durch unsern Angriff auf das ganze V.L.B. blamiren wir nun 1. das Minist., und 2. den Kaiser, dessen Name auf dem Titelblatt steht, und der sämmtl. Mitglieder der Commission mit Orden ausgezeichnet hat. Der Aerger wird gross sein, wenn wir jetzt die Commission. Der S.M. und sein Minist. ihr Vertrauen geschenkt haben, als nicht vertrauenswürdig hinstellen, und einen bedeutenden Theil ihrer Arbeit verurtheilen - (und zwar mit vollstem Recht). Die Frage ist nun, ob und inwieweit unsere Stellung durch unser Vorgehen bedroht ist? Der Kaiser hat die Ansicht, dass der Senat eigentlich nur eine Ansammlung von alten Schafsköpfen sei. Im gewöhnlichen Lauf der Dinge haben wir nun zwar die Pensionirung nicht zu fürchten; man könnte ich aber auf einen kl. Wink von oben im Ministerium vielleicht daran erinnern, dass wir uns mit starken Schritten dem biblischen Alter nähern (welches ich schon 1908 erreiche – leider!) und uns kalt stellen, um unsere höchst unwillkommene Opposition zu ersticken. Ich frage nun. Hat der Minister das Recht, uns event. mit 70 Jahren ungefragt und gegen unseren Willen früher zu pensioniren, als wir wollen? Wie denkt Dein Sohn als Jurist über diese Frage? – Eilig, Dein tr. M. Bruch P.S. An und für sich wäre es mir zwar sehr lieb wenn ich jetzt zurücktreten könnte; denn es liegt mehr auf mir wie gut ist; und wäre ich allein, so würde ich es ohne Weiteres darauf ankommen lassen, denn ich habe (ausser dem Gehalt, welches dann wegfiele), so viel, dass ich leben könnte. Aber ich habe noch für 4 Kinder zu sorgen – darunter 3 Söhne, die jetzt noch ein enormes Geld kosten, - und muss daher aus äusseren Gründen wünschen, noch 3-4 Jahre im Amt zu bleiben – vorausgesetzt dass Gott mir so lange Leben und Gesundheit schenkt. D. Ob.“Liliencron, Rochus von (1820-1912) [Erwähnt], Eyken, Heinrich van (1861-1908) [Erwähnt]
Kommission für das Deutsche Volksliederbuch [Behandelt]
Bemerkung: Max Bruch
Objekteigenschaften: HandschriftPfad: Max-Bruch-Archiv / Korrespondenz
DE-611-HS-4311648, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4311648
Erfassung: 8. Januar 2026 ; Modifikation: 8. Januar 2026 ; Synchronisierungsdatum: 2026-01-08T14:46:46+01:00
